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Segelflugsport

Wie funktioniert eigentlich Segelfliegen?

Segelfliegen ist ein unvergleichliches Erlebnis und kann in jedem Alter erlernt werden.

Die Steuerung eines Segelflugzeuges funktioniert genauso wie bei einem Motorflugzeug, einem Jet oder Airliner, nur eben ohne Motor.

Segelfliegen ist die ursprünglichste und für viele Menschen auch die schönste Art zu fliegen.

Als Segelflugpilot verschmilzt man regelrecht mit der Natur, lernt sie zu verstehen und vor allem schätzen. Der Segelflieger bewegt sich genauso wie ein Storch oder Adler durch die Luft und nützt ihre unglaublichen Energiequellen aus. Immerhin fliegt der Storch, getragen von der Aufwinden der Sonnenenergie, von Afrika bis nach Österreich und das meist ohne Flügelschlag. Neben den Naturerlebnissen und den tollen Eindrücke, die bei jedem Flug unterschiedlich sind, ist auch die Technik beim Segelflug einzigartig: Die Flugzeuge sind extrem aerodynamisch und  technische Wunderwerke, mit ähnlichen Materialien gebaut wie die Formel 1.

Mit Geschwindigkeiten bis zu 280 km/h kann man mit so einem Ding lautlos über die Berge gleiten.

Der Segelflieger wird zuerst mittels einer Seilwinde oder einem Motorflugzeug auf eine Ausganghöhe von 400-1.000m gebracht. Danach nützt er die kostenlose und absolut umweltfreundliche Wind- und Sonnenenergie der Natur und freut sich über einzigartige Eindrücke, von denen die Menschheit vor 90 Jahren nur träumen konnte.

Findet der Segelflugpilot nach dem Start einmal keinen Aufwind so gleitet er ca. mit 0,6 Meter pro Sekunde zu Boden  und geht wieder landen. Erreicht er aber einen Aufwind so kann bis zu 3.000m hoch steigen, im Wellenaufwind (Beschreibung sieh unten) wurden bereits Höhen über 10.000 Meter erreicht. Die Höhe wird mit dem Segelflugzeug dann in Strecke umgesetzt und man fliegt von Aufwind zu Aufwind. So werden von Spitzenpiloten mittlerweile   Strecken weit über 1.000 KM erflogen und das ohne Benzin und Zwischenlandungen.

Das tolle am Segelfliegen ist aber, dass alle fliegerischen Wünsche und Bedürfnisse erfüllt werden: Egal ob man nur Genuss-Flüge von kurzer Dauer oder auch Streckenflüge von mehreren Stunden machen will. Gleichzeitig kann das Segelfliegen bis in hohe Alter betrieben werden.

 

 

Wie kommt ein Segelflugzeug in die Luft?

  • WINDENSTART

 

Mit einer Seilwinde wird das Segelflugzeug sehr kostengünstig (nur 6€) auf eine Höhe von 300-500 m gebracht. Diese Art zu starten wird in Linz Ost am meisten genützt. Nach dem Ausklinken geht es gleich am Pfennigberg, der fast immer Hangaufwind oder gute Thermik bietet.

Foto:  Phasen eines  Windenstarts

  • FLUGZEUGSCHLEPP

Mittels eines Motorflugzeugs wird das Segelflugzeug in die Höhe gebracht. Der F-Schlepp hat den Vorteil, dass das Segelflugzeug auch über weitere Strecken, wie zum Beispiel ins Gebirge geschleppt werden kann.

Meistens wird der F-Schlepp von unseren Streckenflugprofis genützt.

Foto:  Flugzeugschlepp über Linz

  • EIGENSTART

 

Eigenstartfähige Segelflugzeuge haben im Rumpf einen Motor mit ausklappbarem Propeller und können so ohne jegliche Hilfe starte. Die Flugsportgruppe UNION Linz war bereits 1984 der 1. Verein in Österreich mit einem eigenstartfähigen Segelflugzeug. Heute geht die Entwicklung immer mehr in Richtung Elektromotoren

Foto:  Eigenstartfähiger Hochleistungsdoppelsitzer DG 1001 M

Welche Aufwinde   werden von den Segelfliegern genützt um Höhe zu gewinnen?

  • HANGAUFWIND

Die FSG UNION Linz Piloten/innen nützen bei Westwind den Hangaufwind des Pfenningberges. Bei Westwind können so auch noch unerfahrenere Piloten/innen sehr einfach ihre Flugstunden sammeln. Die Höhe des Hangwindes ist immer abhängig von der Windstärke und Höhe des Berges. In Linz werden im Hang Höhen von bis zu 1.000m erreicht. Im Gebirge werden die Alpen sogar für weitere Streckenflüge mit mehreren hundert Kilometern genützt.

Foto:  Hangsegelflug am Piz Puin (Bernina/Schweiz)

  • THERMISCHER AUFWIND

Die Thermik (aufsteigende Warmluft) entsteht durch die Sonne, in dem Sie z.Bsp. einen Ackerboden stark erwärmt. Die darüber liegende Luft wird dadurch wärmer und leichter als die Umgebungsluft und steigt in einem unsichtbaren Aufwindschlauch auf. Angezeigt wird diese Thermik oft durch die sog. Schönwetterwolken (Cumulus). Mit dem Segelflugzeug nützt man die Thermik, in dem man kreisend diesen Aufwindschlauch zentriert.

Foto:  Kreisen in der Thermik über dem Waldviertel

Die Thermik kann auch sehr gut anhand eines Lagerfeuers beschrieben werden: Hier ist die Energie das Feuer (Sonne), der aufsteigende Rauch ist der Warmluftschlauch und die aufsteigenden Funken sind die Segelflugzeuge, die durch die aufsteigende Warmluft in die Höhe katapultiert werden. Wenn die Funken ob dann in die kalte Umgebungsluft rausfliegen, sinken sie wie die Segelflugzeuge zu Boden.

Die Thermik ist sehr abhängig von den metrologischen Verhältnissen. Nicht jeder schöne Tag bringt gut thermische Verhältnisse. An guten Thermiktagen werden so aber auch Steigwerte bis zu 5m pro Sekunde und Höhen bis zu 3.000m in Linz erreicht. Am besten ist die Thermik aber im Mühlviertel und Böhmerwald. Im Streckenflug gleitet der Streckenflieger von Thermik zu Thermik. An sehr guten Tagen gibt es sog. Thermikstrassen. Hier ketten sich Aufwindschläuche regelrecht zusammen und man kann sogar 100km ohne Höhenverlust gerade aus fliegen.

Ein FSG UNION Pilot ist von Linz aus bei thermischen Verhältnissen bereits rund 967 km im reinen Segelflug geflogen. Dieser Flug ging von Linz Ost in die Nähe von Eisenach am Ende des Thüringer Waldes (bei Erfurt) und wieder retour.

  • WELLENAUFWIND

Das Wellenfliegen ist sehr speziell und nur bei seltenen Starkwindtagen möglich. Trifft ein starker Wind auf einen Berg wird bei günstigen Verhältnissen die Luftmasse zu schwingen gebracht. (ähnlich wie bei einer Wasserwelle). Diese „Wellen der Luft“ können bis in die Tropopause reichen. Am idealsten sind Wellenflüge bei starkem Süd Föhn in den Alpen möglich. Hier werden Höhen bis zu 10.000m erreicht. Selten aber doch werden bei Westwind auch am Pfenningberg Höhen bis zu 5.000m erreicht.

Foto:  Wellenflug 6.000m über den Hohen Tauern

Diese Flüge sind nur mit Sauerstoffausrüstung und entsprechendem Kälteschutz möglich. Seit wenigen Jahren werden diese Südföhnlagen auch für Streckenflüge genützt. So konnte die FSG UNION am 16.5.2013 den absoluten Streckenflugrekord des Flugplatzes Linz Ost mit 1.156km erfliegen!